Runde 9

31.03.2019

Guter Saisonabschluss ohne das ganz große Happy End (Jonas Nohr)

Vor der letzten Runde war klar: Wir mussten gewinnen und unser direkte Konkurrent aus Nord-Ost musste verlieren, damit wir aufsteigen konnten. Das hat leider nicht ganz geklappt. Zwar gewann unser Team verdient mit 5,5 – 2,5 gegen das Team von Kreuzberg 4, aber leider schaffte Nord-Ost zu Hause ein 4 – 4 Unentschieden gegen die Schachfreunde aus Spandau.

Brett 1    Hartmann. Jakob

Unser Brett 1 spielte einmal mehr seine gewohnte Slawische Verteidigung und baute sich ruhig auf. Als dann der Bauer e5 als Vorstoß durchgedrückt wurde, wurde es auf einmal sehr kompliziert und der Verfasser hat auch nicht alles mitbekommen. Fakt ist, dass Jakob eine Qualität und sogar einige Bauern geben musste und dafür auf Angriff am Königsflügel spielte. Der Gegner wehrte jedoch alles konsequent ab und tauschte auch Material, so dass die Chancen schwanden. Dann hätte der Gegner nach einem Remisangebot von Jakob einfach seine Dame gegen den letzten Springer geben können und auf dem Brett Turm+2 Springer+ viele Bauern gegen Jakobs Dame gehabt. Doch so kam es nicht und der Gegner übersah schlicht ein Matt in zwei Zügen. Puh! Was ein Dusel, aber ein voller Punkt für uns.

Brett 2    Nohr, Jonas

Der Verfasser spielte mit Weiss einmal mehr Englisch mit 1.c4 und landete in einer sehr symmetrischen Variante, aber irgendwann entglitt die Partie mir. So wurden nach einigen Abtauschen die Bauern des Schwarzen sehr stark und das Endspiel gestaltete sich mehr als schwierig. Zwar wehrte ich mich noch mit Händen und Füßen und konnte sogar in ein reines Turmendspiel abwickeln, aber mein junger Gegner verwertete die Stellung sicher zum Punkt. Schade. Aber eine sehr lehrreiche Partie für mich, zumindest was das Endspiel angeht.

Brett 3    Kreutz, Jonas

Der mittlere Jonas spielte auch einmal ruhig seinen Aufbau gegen 1.d4 mit der Triangel und eigentlich passierte auch nicht so viel in der Partie. Es wurden ein paar Figuren abgetauscht und der Gegner war wohl der Ansicht, dass keine Gefahr drohe. Leider standen jedoch die Leichtfiguren von Weiss so schlecht, dass ein Läuferzug von Jonas alles beendete. Denn egal wie der Gegner reagierte, so würde er Material verlieren. Nach langem Nachdenken gab er dann die Partie auf und wir hatten einen weiteren vollen Punkt. Super!

Brett 4    Eilenberg, Jonas

Unser Youngstar kam wie immer gut ausgeruht und voller Tatendrang an das Brett. Aber irgendwie schien der Gegner von Jonas die Zeitumstellung nicht mitgeschnitten zu haben. So oder so erschien der Gegner nicht und so hatte Jonas nach ganzen 30 Minuten kampflos einen Punkt für uns geholt. So kann man den Sonntag auch geniessen.

Brett 5    Hohrmann, Jörn-Florian

Jörn-Florian spielte seine Moderne (?) Verteidigung einmal mehr und überstürzte nichts. Langsam aber sicher wurden die Figuren besser gestellt und alles sah nach einem sehr langen Kampf aus. Leider entpuppte sich das Leichtfigurenendspiel dann nicht als so würzig, wie man es gehofft hätte. Doch zu diesem Zeitpunkt reichte uns bereits ein halber Punkt für den Mannschaftssieg und so steuerte Jörn den Remishafen an. Gut.

Brett 6    Godoj, Veit

Veit spielte von Anfang an auf heftigen Angriff am Königsflügel mit Weiss und seine Bauern sollten den Weg ebnen. Es sah wirklich so aus, als ob die Raumüberlegenheit sich auch irgendwann in echten Vorteil ummünzen sollte, aber es wurde in der Tat in ein Endspiel mit jeweils Turm, Läufer, Springer und einigen Bauern abgetauscht. Hier behielt Veit jedoch die Oberhand und nach taktischen Schlägen war die Partie dann auch vorbei. Voller Punkt für uns und volle Leistung von Veit. Super!

Brett 7    von Herman, Brigitte

Brigitte hatte eine sehr lange Partie vor sich an diesem Tage. Von der Eröffnung bekam der Verfasser nicht so vieles mit. Irgendwann spielte Brigitte mit Schwarz auf dem Königsflügel auf Angriff, aber alles konnte abgewehrt werden. Dann wickelte man in ein Damenendspiel ab und Brigitte hatte einen Bauern mehr. Wer Damenendspiele kennt, der weiss, wie lange diese dauern können und der Gegner ließ sich alles bis zum Ende zeigen. Brigitte behielt jedoch die Ruhe, wich allen Fallen aus und holte den vollen Punkt für uns. Gute Leistung!

Brett 8    Busch, Michael

Michael spielte mit Weiss und baute schnell mit seinen Zentrumsbauern Druck auf den Gegner auf. Viel bekam der Verfasser jedoch nicht von der Partie mit. Irgendwann kam es dann zu einem Endspiel, aber Michael hatte wohl nur 2 Bauern für die Figur und so musste sich Michael mit Springer+ 5 Bauern gegen Springer+Läufer+ 3 Bauern erwehren und das klappte am Ende leider nicht so und Michael musste die Segel streichen. Schade.

Insgesamt haben wir eine tolle Saison gespielt. Mit sieben Siegen aus neun Spielen und den meisten Brettpunkten können wir als Mannschaft stolz sein. Dass es nun mit dem Aufstieg nicht geklappt hat, ist zwar schade, aber das Rad wird neu gedreht in der neuen Saison. In diesem Sinne!

 

Zweite: Debakel gegen Staffelsieger trotz schwacher Aufstellung abgewendet (Sven Schüle)

Vor zwei Jahren spielten wir mit der 2. Mannschaft in der 1. Klasse gegen Schachfreunde Berlin 5. Damals passierte uns ein Aufstellungsfehler, durch den wir ein Brett kampflos verloren, ein anderes Brett mußte wegen kurzfristiger Erkrankung frei bleiben. Am Ende verloren wir mit 2,5:5,5, also an den sechs besetzten Brettern „nur“ 2,5:3,5 verloren. Das war in Runde 5 – später schafften wir dann noch sensationell den Staffelsieg und damit den Aufstieg in die Stadtliga. Dort begegnete uns ein Jahr später in der Staffel B erneut eine Mannschaft der Schachfreunde Berlin, diesmal die Vierte. Damals wuchsen Thomas Deutschmann (remis gegen Lars Thiede/DWZ 2373) und Shawn Maple (Sieg gegen Thorben Lindhauer/DWZ 1971) über sich hinaus und trugen entscheidend dazu bei, daß wir uns sehr teuer verkauften und den nominell klar überlegenen Gastgebern zwar beide Mannschaftspunkte, aber nur einen 4,5:3,5-Sieg überließen.

Heute, nach der Rückkehr in die 1. Klasse, hatten wir es erneut mit den Schachfreunden zu tun. Deren Fünfte hatte sich bereits vorzeitig den Staffelsieg und damit den Stadtliga-Aufstieg gesichert, während unsere Mannschaft mit 9 Mannschaftspunkten bereits den Klassenerhalt gesichert hatte. Somit konnten „eigentlich“ beide Mannschaften befreit aufspielen. Leider taten das auf unserer Seite aber nur sechs Königsjäger. Die anderen beiden taten – gar nichts, denn wir waren heute nur zu sechst. Die Aufstellungssituation aller unteren Mannschaften war äußerst knapp (die Fünfte trat ebenfalls unvollständig an, und auch die Dritte, Vierte, Sechste und Siebte spielten diesmal mit ihrem letzten Aufgebot, teilweise mit Hilfe der jeweils nachfolgenden Mannschaft), und zudem hatte die Dritte ja zumindest noch theoretische Aufstiegschancen, die man nicht einfach leichtfertig vergeben möchte. Somit lautete die einzig vernünftige Entscheidung: wir haben in dieser Runde zu wenige verfügbare Spieler, die Zweite ist gerettet, die Dritte hat noch Chancen, also erhält die Dritte Priorität, daher werden keine Spieler aus der Dritten hochgezogen.

Wir trugen es mit Fassung. Unsere Gäste waren nicht mit dem besten Aufgebot angetreten, ihre nach DWZ stärksten Bretter waren Brett 1, 3 und 8, und dort gewannen sie auch ihre Partien. Da ich eine schwierige Partie spielte, bekam ich die Reihenfolge der Entscheidungen nur teilweise mit. Thomas Deutschmann an 1 mußte als Erster aufgeben, dann gewann Fabian an 4 souverän, Pascal verlor an 8 nach langem Kampf, und David konnte sich an 7 gegen einen Gegner durchsetzen, der offenbar zu viel Zeit verbrauchte und davon dann in den entscheidenden Momenten zu wenig übrig hatte.

Meine Partie an 3 gegen Karelle Bolon (DWZ 2024, eine Frau mit Stadtliga-Stärke) war äußerst umkämpft und schwankte mehrfach hin und her. Ich fand die Partie sehr interessant und möchte daher hier ausführlich darauf eingehen.

Mit Schwarz kam ich sehr gut aus der Eröffnung und hatte nach 14 Zügen bereits großen Positionsvorteil. Für die nächsten 10 Züge verbrauchte ich ebenso wie meine Gegnerin fast 1,5 Stunden, so daß wir beide allmählich in Zeitnot gerieten. Trotz intensiven Nachdenkens (oder gerade deswegen? …) fanden wir beide häufig nicht die besten Züge. So ergab es sich, daß ich nach 23 Zügen immer noch leichten Vorteil hatte. Vom 24. bis zum 26. Zug wechselte die Lage – im Nachhinein mit Computeranalyse im Rücken betrachtet – durch beiderseits ungenaue Züge immer zwischen Ausgleich und leichtem Vorteil für Schwarz hin und her. Im 27. Zug unterlief mir dann in dieser Stellung ein schwerer Fehler:

Schwarz am Zug

Statt des listigen Computerzuges 27…h5 spielte ich hier 27…Lf4? (mein Plan war Lg3 nebst Tf2), was nach 28.Dc4! eine klare Gewinnstellung für Weiß ergeben hätte. In der Partie folgte jedoch 28.Dg4?! Dieser Zug war mir (ebenso wie die korrekte Antwort Dc4) bei knapper Zeit leider entgangen, und ich fühlte spontan, daß mir nun gerade die Felle davonschwammen – Emotionen beeinträchtigten wieder einmal die Objektivität. Daher übersah ich folgerichtig auch, daß ich mit 28…h5!! immer noch eine fantastische Rettungsmöglichkeit ins Remis gehabt hätte, wenn auch nur mit einer Art „mutwilliger Brandstiftung“ durch folgende tatsächlich nahezu komplett forcierte Variante: 29.Dxe6+ (Dxh5? Lc1! 30.Dg4 [Lc3 Tf1+ matt in 8] Tf1+ 31.Kh2 Lxb2 -+) Kh7 30.De7 Lxg2+! 31.Kxg2 Dc6+ 32.Se4 Tf5 33.Dd7 Dg6+ 34.Kh1 Lxe5 35.Td1 Tf1+!! 36.Txf1 Dxe4 37.Kg1 Dg6+ 38.Kf2 (Kh1 De4+) Dxc2+ 39.Ke3 Dxb3+ 40.Dd3 Dxd3+ 41.Kxd3 Lxb2 42.Tb1 Lf6 43.Txb7 Kg6 = (Weiß kann diese Stellung mit Turm und Bauer gegen Läufer und mindestens zwei Bauern nicht gewinnen). Was es nicht alles gibt …

Mein Partiezug 28…g5?? war also ein „Hilfszug“, da ich mich schon auf der Verliererstraße wähnte. Hier hätte meine Gegnerin den Sack noch etwas schneller mit 29.Txf4! Txf4 30.Dxg5+ Kh8 31.Dxf4 und Matt in 6 Zügen zumachen können. Hier hatten wir beide nur noch ca. 4-6 Minuten Zeit übrig (ich etwas weniger als meine Gegnerin), und so spielte sie den naheliegenden Zug 29.Dxe6+, der ebenfalls zwingend gewinnt. Aber die Partie wurde zwischen Menschen gespielt und lief so weiter:

29…Kg7 30.De7+ Kg8 31.Sc4?! Mit 31.Txf4! war die Partie „ganz einfach“ gewonnen (der Turm kann wegen Matt in wenigen Zügen nicht genommen werden). Danach war folgende Stellung entstanden, in der Weiß ca. 2-3 Minuten und ich mit Schwarz noch rund eine Minute übrig hatte:

Schwarz am Zug

Hier spielte ich den Zug, auf den ich bereits seit einiger Zeit gehofft hatte:

31…Lxg2+! Das Opfer reißt die weiße Königsstellung auf, bringt die schwarze Dame aktiv ins Spiel zurück und ermöglicht eine koordinierte Aktion der schwarzen Figuren gegen den König. Daher verbietet sich die Annahme des Opfers, was ich noch vorausgesehen hatte – allerdings dachte ich, dann zu gewinnen, tatsächlich wäre es bei bestem Spiel remis geworden (32.Kxg2? Dc6+ 33.Kf2! [33.Kg1?? Lh2+ und Matt in zwei; 33.Kf1? Df3+ -+] …Le5+ 34.Ke3 Lxd4+ Kxd4 mit verteilten Chancen). Meine Gegnerin lehnte das Opfer geistesgegenwärtig mit 32.Kg1 ab. Es folgte 32…Dc6? (32…Le4 leistete mehr Widerstand) 33.La3 (direkt 33.Td8 hätte nach Txd8 34.Dxd8+ Kg7 (oder Kf7 35.Sf7+) 35.e6+ Kh6 36. e7 Lxh3 37. Df8+ Kh5 38.e8D+ sofort gewonnen) …Te8 34.Td8 Txd8 35.Dxd8+ Kf7 36.Df8+ Kg6. Nun sollte alles klar sein, nicht Schwarz (traditionell im Königsjäger-Trikot), sondern Weiß jagt hier den König. Die Stellung ist jedoch nach einigen nicht perfekten „Zeitnotzügen“ weiterhin extrem scharf, hier gewinnt tatsächlich nur ein einziger Zug für Weiß!!

Weiß am Zug

Natürlich wäre 37.Dg8+ nicht so schwer zu finden, aber wer mag schon annehmen, daß dies der einzige Gewinnzug ist? Nach 37…Kh5 (den Gewinn nach 37…Kf5 findet bitte selbst!) 38.Dxh7+ Dh6 39.Dxh6+ Kxh6 40.Kxg2 gewinnt die Mehrfigur. Stattdessen spielte meine Gegnerin 37.e6?. Ich hatte nach meiner Erinnerung weniger als 20 Sekunden für 4 Züge übrig und sah nicht mehr viel, ich hatte nur noch den weißen König im Blickfeld und spielte 37…Lxh3?, wonach meine Gegnerin mich mit 38.Df7+ zweizügig mattsetzte.

Wie hätte ich hier sogar gewinnen können?

(37…Dxe6! 38.Kxg2 b5!! und Weiß verliert entweder den Springer zurück oder gerät in eine Stellung, in der Schwarz mit Dame, Läufer, König und vorrückenden g- und h-Bauern Vorteil erlangt)

Eine extrem spannende Partie nahm schließlich ein jähes Ende, aber solche Dramen machen Schach für mich erst schön. Die Partie hat Spaß gemacht, leider habe ich verloren, aber es ging hoch her, und für beide war alles drin. Schach lebt von Fehlern, die dann in der Analyse gefunden und ausgewertet werden.

Ich bin noch das letzte Ergebnis schuldig geblieben: Klaus Königer erreichte ein gutes Springerendspiel mit zwei Mehrbauern, das allerdings technisch nicht ganz einfach zu verwerten war, und erreichte nach einem Endspielfehler schließlich ein Remis, womit der Endstand von 2,5:5,5 (wie vor 2 Jahren) hergestellt war.

Am Ende sind wir mit 9:9 Mannschaftspunkten auf Platz 5 gelandet. Das beste Einzelergebnis erzielte Fabian Schmidt mit 6,5 aus 9 vor Torsten Rose (5,0/8) und Klaus Königer (5,0/9). Die Besetzung der Mannschaft war nicht immer ideal, wir benötigten leider 10 Einsätze von Spielern aus der dritten Mannschaft, die dabei 2,0 Punkte beisteuerten. Das Gefälle in der Spielstärke zwischen der vorderen und der hinteren Hälfte aller gemeldeten Spieler ist klar erkennbar, wir wußten das schon vor der Saison, daher war auch nicht mehr als ein Mittelplatz drin. Das Ziel „obere Tabellenhälfte“ haben wir erreicht, wenn auch knapp.

Für die nächste Saison wünsche ich mir, daß sich alle Spieler meiner Mannschaft selbständig, zuverlässig und regelmäßig zu den einzelnen Runden zurückmelden und möglichst langfristig im voraus die Termine planen.

 

Dritte Mannschaft sichert mit einem Sieg gegen Spandau den guten 3. Tabellenplatz (Adrian Benedetto)

In der letzten Runde dieser Saison hatten wir als Heimmannschaft den Spandauer SV als Gast.

Anfangs gerieten wir in Rückstand, da Lutz heute leider keinen guten Tag erwischte und ihm frühzeitig ein grober Fehler unterlief. Dann kam Esien Novruzov in Bedrängnis, kämpfte aber sehr gut weiter und erreichte zu guter Letzt im Turmendspiel ein Remis, ein wichtiger halber Punkt, wie sich später herausstellen sollte. Esien von der vierten Mannschaft hat uns schon zum zweiten Mal erfolgreich ausgeholfen, vielen Dank an ihn und die vierte Mannschaft.

In meiner Partie hatte ich mehr Raum für die Figuren und ein besseres Zentrum, der Gegner hat sich jedoch so eingeigelt, dass ich keinen Angriffspunkt fand und auch Remis geben musste.

Dann gewann Alois, der seinen Gegner die ganze Partie so unter Druck setzen konnte und ihm in Folge ein Fehler unterlief, das war der Ausgleich. Hermann Stuckstedte hatte eine gute Stellung, reichte aber noch nicht zum Gewinn, also ein (wichtiger) halber Punkt.

Eitel Jandt erlangte nach einem Mattangriff einen souveränen Sieg und damit die Führung. Allerdings stand Hellmut Klevenow unter Druck, der gegnerische Bauer drohte durchzumarschieren. Doch dann kamen dem Hellmut wieder seine Endspielqualitäten zugute, es gelang ihm, den Bauern zu stoppen und einigten sich auf Remis. Danach stellte sich heraus, dass Hellmut sogar selbst noch um den Sieg hätte weiterspielen können. Es stand 4:3, und Helmut Kliem kämpfte auf dem ersten Brett um den wichtigen halben Punkt zum Mannschaftssieg, nachdem er in guter Stellung einen Bauern übersehen hatte. Doch selbst mit dem Minusbauern lenkte er die Partie sicher zum ersehnten Remis und damit zum 4 ½ Sieg, der uns in der Endwertung auf den 3. Tabellenplatz brachte.

In Anbetracht der Tabellensituation, dass wir gleich viele Mannschaftspunkte wie die beiden Erstplatzierten haben, und nur durch die geringeren Brettpunkte hinter den Aufstiegsplätzen stehen, könnte man sich leid sehen, dass wir den Aufstieg knapp verpasst haben. Auf der anderen Seite kamen die geringeren Brettpunkte u.a. daher, dass wir gegen die beiden aufgestiegenen Mannschaften sehr hoch und ohne die geringste Chance verloren hatten. Dieser Umstand lässt vermuten, dass wir in der höheren Klasse doch keine große Freude gehabt hätten. So sollten wir mit diesem sehr guten Saisonergebnis zufrieden sein.

 

Bericht 5. Mannschaft (Ezra Zivier)

Auch bei der letzten Runde, die nach der Zeitumstellung um “gefühlt” 8 Uhr im fernen Neuenhagen startete, waren wir leider nicht erfolgreich:

Ich war ziemlich in meine Partie vertieft, die nach “zähem” Kampf mit einem Remis endete, so dass ich von den anderen Partien eigentlich kaum was mitbekommen habe. Allerdings freute es mich, dass Karstens Gegner, der mir schräg gegenüber saß, im Mittelspiel “und da war der Fehler” murmelte, womit er offensichtlich seinen letzten Zug meinte. Ein kurzer Blick bestätigte diese Einschätzung, da Karsten einen Mehrbauern hatte. Um so mehr war ich erstaunt, dass Karsten dann wenig später in verlorener Stellung aufgeben musste. Woran das lag, wird die Analyse zeigen. Fredy und Ralf verloren ebenfalls. Alexander, Rudi und Henning spielten unentschieden, so dass Detlefs Sieg uns nichts mehr half. Nächste Saison werden wir dann – hoffentlich in ähnlich starker Besetzung – um den Wiederaufstieg kämpfen.

 

(Bericht KöSW 5)

Sechste sichert sich mit Sieg den Klassenerhalt (Christoph Kriminski)

Irgendwie war die sechste Mannschaft zum Saisonende nochmal tief in die Abstiegszone geraten. Trotz eines knappen Siegs gegen SG Weißensee am vorletzten Spieltag zeigte das Liga-Orakel weiterhin eine Abstiegswahrscheinlichkeit von 66,6%. Grund war die sehr ungewöhnliche Staffel, in der es außer Weiße Dame keinen wirklichen Favoriten gab und gefühlt jeder jeden schlagen konnte, sodass wir mit 6 MP noch in großer Abstiegsgefahr waren. Da die beiden unter uns liegenden Teams gegeneinander spielten, war klar, dass wir im Falle einer Niederlage von einem Team überholt werden. Mit einem Unentschieden hätten wir auf andere Ergebnisse hoffen müssen, während mit einem Sieg alles sicher ist (wir gehen mal davon aus, dass man mit 8 MP nicht zum Sonderabsteiger wird, falls es einen gibt).

Gegen Mattnetz spielten wir mit einer starken Aufstellung, bei der auch Spieler, die mitten im Abitur waren aushalfen (echter Teamgeist!). Verstärkt wurden wir die zwei der stärksten Spieler aus der siebten Mannschaft. Unser Gegner trat zum Glück bei weitestem nicht mit der besten Aufstellung an. An Brett 7 hatte wohl unser Gegner die Zeitumstellung vergessen, sodass Noah kampflos gewann. 1:0. Sein Kumpel aus der siebten Mannschaft, Linus, musste zwar für seinen Sieg an Brett 8 etwas tun, hatte aber mit seinem jungen Gegner keine großen Probleme. Bald hatte er eine Figur mehr, spielte dann weiter konzentriert und setzte wenig später seinen Gegner matt. 2:0

Auch Tom an Brett 6 konnte sich bald materielle Überlegenheit erspielen und diese sicher in einen Sieg verwandeln. 3:0 An Brett 2 (bei Pascal) und an Brett 4 (bei Kimon) wurden schnell die Figuren getauscht. Beide Spieler hatten dann keine Lust mehr die Endspiele auszuspielen, sodass es zum „friedlichen Händeschütteln“ kam und wir nach nur einer Stunde 4:1 führten. Ich hatte an Brett 1 eine Figur gewonnen, da meine stark angeschlagene Gegnerin eine Kombination zum Seekadettenmatt (Legals Matt) (in einer abgewandelten Form) übersah. Danach spielte ich jedoch unsauber weiter, ließ den König flüchten und hatte im Endspiel nur zwei Figuren und einen Bauern für einen Turm. Eigentlich würde ich das ausspielen. Da jedoch meine Quote im „gewonnene Partien aus der Hand geben“ ziemlich hoch ist (ihr habt ja auch schon andere BMM-Berichte von mir gelesen) und wir noch einen halben Punkt für den sicheren Klassenerhalt brauchten, nahm ich das Remisangebot meiner Gegnerin an, juchuu! 4,5:1,5

Nun spielten noch eine lange Zeit Peet an Brett 3 und Max an Brett 5. Peet kam in eine komplizierte Stellung, bei der sein Gegner einige für Peet lästige Figuren positionieren konnte, sodass Peet viel Bedenkzeit verbrauchte und in Zeitnot kam. Als er die erste Zeitkontrolle überstanden hatte, wickelte er ins Bauernendspiel ab, was sein Gegner etwas ungenau spielte und Peet gewann. 5,5:1,5. Max konnte sein Gegner schon früh mit seinem Springer „nerven“ und dabei zwei Bauern gewinnen. Im Endspiel ließ er sich von allen Versuchen des Gegners nicht beeindrucken und marschierte mit seinem Bauernsturm los. Das wollte sich sein Gegner irgendwann nicht mehr zeigen lassen. 6,5:1,5

Durch den Endspurt mit zwei Siegen aus den letzten beiden Wettkämpfen konnten wir den Klassenerhalt schaffen. Wenn wir diese Leistung in der gesamten nächsten Saison abrufen, können wir uns nach oben orientieren.

 

Bericht Königsjäger 7 (Athanasios Vassiliou)

Königsjäger 7 – SF Berlin 1903 9 4,5 – 1,5

Unser erster erspielter Sieg in der letzten Runde der diesjährigen BMM und allen Beteiligten haben die Partien große Freude bereitet.

Leonidas spielte am 4. Brett eine für seine Verhältnisse souveräne Partie. Figuren wurden entwickelt. König in Sicherheit gebracht, es hingen keine Figuren und ein erster zaghafter Angriff wurde geplant. Der Gegner übersah die Springergabel und Leonidas gewann die Qualität. Als er dann noch den Druck auf den gegnerischen König erhöhte und dieser sich auf Wanderschaft begab gewann Leonidas erst zwei weitere Leichtfiguren bevor er den König mit Dame und Turm Matt setzte.
1-0

Zeitgleich beendete Arne am 5.Brett seine Partie, die er ebenfalls sehr ordentlich eröffnet hatte. Als die junge Gegnerin den Angriff auf ihre Dame übersah und ihren Turm spielte, ließ sich Arne nicht zweimal bitten. Dadurch war die Partie entschieden.
1-0

Michael spielte am 6.Brett gegen einen Jugendlichen und erwischte ebenfalls einen guten Start. Nach einer Kombination spielte er mit einem Springer mehr und baute Schritt für Schritt Druck auf. Nachdem der Gegner eine Springergabel übersah und die Dame verlor war die Partie ebenfalls entschieden. Einige Züge später warf der Gegner das Handtuch.
1-0

Am 3.Brett überzeugte heute Linus Busch und es sollte der Tag der Springergabeln werden. Denn auch er gewann erst eine Qualität und im Anschluss auch die Partie durch eine Springergabel. Der Gegner wehrte sich noch einige Züge und versuchte durch seine Läufer, die beide auf Linus Königs gerichtet waren Druck aufzubauen, aber Linus fand eine sehr gute Mischung zwischen Abwehr- und Angriffszügen. Am Ende gab sich der Gegner geschlagen und der Wettkampf war mit 4 – 0 für uns entschieden.
1-0

Phileas am 2.Brett bekam es mit einem sehr starken Gegner (1963) zu tun. In den ersten 90 Minuten hielt er sehr gut dagegen. Der große Unterschied in der Spielstärke und die Erfahrung sorgten dann für den Unterschied. Dem Lob vom Gegner folgte die Analyse der Partie und ich denke Phileas und alle Kinder können froh sein, wenn sie gegen starke Gegner spielen können.
0-1

Am 1.Brett spielte Leander gegen einen Gegner der 300 DWZ Punkte mehr auf dem Konto hatte. Eine Partie, die sehr lange ausgeglichen gestaltet wurde. Zu keinem Zeitpunkt konnte sich der Gegner einen deutlichen Vorsprung erspielen. Leander verstand es, die gegnerischen Figuren mit Abwehraufgaben zu beschäftigen. Am Ende kam es zu einem Turmendspiel mit Minusbauer das Leander gut gespielt hat und dadurch nach 4 Stunden und 5 Minuten das Remis sicherte.
0,5-0,5

Es war eine schöne und hoffentlich für alle Kinder eine gewinnbringende BMM-Saison.