Runde 2

14.10.2018

 

„An jedem verdammten Sonntag…“ (Jonas Nohr)

Mit einem 6-2 Auswärtssieg aus der ersten Runde und einer (fast) vollständigen Mannschaft wollten wir in der zweiten Runde der BMM noch einen drauflegen. Zu Gast waren die Schachfreunde von Queer-Springer, welche sich in der Vergangenheit oft als schwieriger Gegner für uns erwiesen hatten. Doch es sollte an diesem warmen Sonntag alles etwas anders werden.

Brett 1 – Jakob Hartmann

Unsere Nr.1 war nun mit am Start und hatte mit Schachfreund Holger Franke (DWZ 2322) einen echten Brocken zu knacken, und das auch noch mit Schwarz. Die Blicke des Verfassers huschten häufiger über die Partie von Jakob, die sehr komplex schien, aber unsere Nr.1 schien alles im Griff zu haben und wehrte die Angriffe des Gegners auch ein ums andere Mal ab. Irgendwann sammelten sich dann die verbliebenen Schwerfiguren rund um Jakobs König und nach einigen Abtauschen und Schachs einigte man sich auf Remis in einem Turmendspiel. Die anschließende Analyse zeigte sogar, dass Jakob am Ende etwas besser stand. Super Leistung!

Brett 2 – Jonas Nohr

Der Verfasser selbst erwischte einen denkbar schlechten Tag. So meinte ich nach 1.d4 f5 mit 2.Sc3 fortzusetzen, was wohl auch ok zu sein schien. Leider endete mein Eröffnungswissen sehr schnell und ich stand nach ca. 10 Zügen einfach schlecht. Es wurde noch etwas versucht zu tricksen, aber irgendwann stellte ich dann auch noch in hoher Zeitnot (sowas gibt es?) auch noch eine Qualität ein und dann gingen bald die Lichter aus. Aber das Wetter war schön und der Rest des Tages auch. Haken wir es einfach ab unter P wie Passiert.

Brett 3 – Jonas Eilenberg

Der kleine Jonas spielte heute an Brett 3 mit Schwarz und spielte im Franzosen 3…Le7 und entfachte ein wahres Feuerwerk. Die Züge von Jonas schienen fast zu leicht und zwischenzeitlich sah es auch nach Matt aus, aber der Gegner schien immer noch gerade so entwischen zu können. Mit einer tollen Kombination und Damenopfer (wer kann, der kann) gab der Schachfreund von Queer-Springer dann auch mit einem Lächeln einen Zug vor dem Matt auf. Ausgezeichnet!

Brett 4 – Jörn Florian Hohrmann

Wie andere Spieler unserer Mannschaft feierte auch Jörn in dieser Runde seinen Einstand und machte dabei eine gute Figur. Viel bekam der Verfasser von der Partie nicht mit, aber irgendwann hatte Jörn Kontrolle über die d-Linie, aber konnte es nicht genug ausnutzen. Nach einigen Abtauschen wurde dann auch in einem sehr ausgeglichenen Endspiel mit jeweils Läufer, Turm und vielen Bauern das Remis vereinbart. Gute Leistung!

Brett 5 – Veit Godoj

Veit hatte nach den Beobachtungen des Verfassers eine sehr komplexe Partie (Veits König hielt in dieser Partie sehr lange nichts von einer Rochade). Im Laufe der Zeit schwang die Initiative um und der Gegner machte Druck, aber er machte einfach den Sack nicht zu. Wer seine Chancen selbst nicht nutzt… So schaffte es Veit seinerseits in einem Schwerfigurenendspiel mit jeweils Turm, Dame und einigen Bauern den Gegner in ein Mattnetz zu locken. Voller Punkt. Volle Leistung!

Brett 6 – Brigitte von Herman

Brigitte spielte sehr solide mit Weiss, und der Gegner baute sich gegen 1.e4 (zumindest nach Sicht des Verfassers) etwas seltsam auf. So kam es auch, dass Brigitte einmal Sd5 einschieben konnte und so den Damentausch erzwang und sich zudem eines wichtigen Verteidigers des Schwarzen entledigte. Als der Verfasser das nächste Mal vorbeischaute, war ein Doppelturmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern zu sehen und Brigitte hatte einen Bauern mehr. Den Vorteil brachte Brigitte dann auch in aller Ruhe nach Hause und brachte uns so einen weiteren vollen Punkt ein. Genau so muss es sein!

Brett 7 – Michael Busch

Auch Michael spielte zum ersten Mal bei uns und machte eine super Figur. In einer eher halboffenen Stellung (wobei Michael da schon als Schwarzer Kontrolle über die g-Linie hatte), konnte man sehen, dass Schwarz am Drücker war. Doppelturm und Läuferpaar gegen die überforderten Kräfte des Gegners zollten bald Tribut. Irgendwann war wohl auch dann Taktik im Spiel und Michael gewann schnell und sicher. Super!

Brett 8 – Clemens Escher

Auch Clemens war zum ersten Mal am Start und zeigte seinem Gegner, wie man einen Königsangriff führt. Man rochiere lang, stelle seinen Läufer nach h6 und fange an, h4-h5 zu spielen, und bald ist es zu Ende. Zwar spielte der Gegner sehr gut im Rahmen seiner Möglichkeiten (DWZ ca. 1500 gegen Clemens 2089), aber irgendwann griff er einfach unter Druck fehl und Clemens beendete den Angriff gekonnt und effektvoll. Auftrag ausgeführt. So kann es weitergehen.

So schlugen wir die Schachfreunde von Queer Springer überraschend deutlich mit 6-2 und was für eine Leistung es war. Mit Ruhe, Konzentration und dem nötigen Schwung haben wir uns damit für die letztjährige BMM-Auftaktniederlage (damals verloren wir sehr knapp 3,5 – 4,5) revanchiert. So kann es gerne weitergehen!

 

Befreiungsschlag der Zweiten (Sven Schüle)

Nach dem Debakel in der ersten Runde mußte die Zweite zwangsläufig versuchen, Boden gutzumachen. Gegen die Gäste aus Kreuzberg konnten wir in sehr guter Besetzung antreten. Am Spitzenbrett hielt Thomas Deutschmann seine Partie gegen Lutz Mattick lange offen, erreichte am Ende ein Turmendspiel mit beiderseitigen Chancen und durfte sich schließlich über das verdiente Remis freuen. Bereits zuvor hatte Edgar Schubert an Brett 2 ebenfalls nach langem Kampf ein Unentschieden erkämpft. David Karcher spielte an 7 diesmal eine ordentliche Eröffnung, verlor aber aufgrund eines Fehlers die Partie. An 8 verstärkte uns diesmal Adrian Benedetto aus der Dritten. Ich bekam irgendwann mit, daß die Partie zu Ende war, und hörte von Adrian nur sinngemäß „Aber ich stand vorher auf Verlust“. Er hatte also durch einen Fehler seines Gegners überraschend gewonnen. Somit stand es 2:2. Die mittleren vier Bretter mußten also die Entscheidung bringen.

Ich selbst hatte an Brett 3 wieder einmal eine sehr wechselhafte Partie. Zunächst gab ich die Qualität für zwei Bauern und aktives Figurenspiel, hier stand ich etwas besser. Dann vergaben beide Seiten mehrfach einige Möglichkeiten: entweder konnte ich meinen Vorteil vergrößern oder mein Gegner ausgleichen. Dabei spielte mein Gegner sehr schnell, während ich eher viel Zeit verbrauchte. Irgendwann konnte ich dann aber die Qualität zurückgewinnen und stand dann erst mit einem, dann zwei Mehrbauern klar auf Gewinn. Jedoch schwand die Bedenkzeit, und ich wählte an einer Stelle den falschen Plan. Dadurch entstand ein Endspiel mit Springer gegen Läufer, in dem ich auf dem Königsflügel drei gegen zwei Bauern besaß. Ich hatte dieses Endspiel leider falsch eingeschätzt, denn tatsächlich war es nicht mehr zu gewinnen. Mit einer anderen Abwicklung wäre eine Stellung mit Turm, Springer und drei Bauern gegen Turm, Läufer und einen Bauern entstanden, die wesentlich komfortabler zu spielen gewesen wäre. Bis zwei Minuten vor Ablauf meiner Bedenkzeit versuchte ich noch zu gewinnen, doch mein Gegner verteidigte sich einwandfrei, so daß ich letztendlich remis bieten mußte. Hier habe ich einen halben Brettpunkt verschenkt, nun stand es 2,5:2,5.

Fabian Schmidt spielte eine starke Partie an Brett 4. Am Ende ergab sich ein für ihn klar gewonnenes Bauernendspiel mit einem Mehrbauern, das er sicher zur 3,5:2,5-Führung verwandelte. Torsten Rose an 6 erreichte ein etwa ausgeglichenes Endspiel, in dem er dann jedoch einen Bauern eroberte. In beiderseitiger Zeitnot ließ er nichts anbrennen, seine Gegnerin kam mit der knappen Zeit schlechter zurecht, fand keine gute Fortsetzung mehr und verlor dann am Ende auf Zeit – das war der Mannschaftssieg! Klaus Königer an 5 hatte in einer komplizierten Stellung zwar eine Qualität weniger, jedoch sehr gefährlich postierte Figuren, und konnte bei beiderseits knapper Zeit seinen Gegner so sehr unter Druck setzen, daß dieser das wahrscheinlich mögliche Remis durch ewiges Schach verpaßte und dann aufgeben mußte, wodurch der verdiente, wenn auch etwas zu hoch wirkende Endstand von 5,5:2,5 erreicht war.

Wir holen damit etwas Luft und liegen in der Tabelle vorerst im Mittelfeld.

 

Dritte gewinnt mit 4½ zu 3½.  Spiel gedreht ! (Klaus Kramm)

Wir mussten heute aus unterschiedlichen Gründen auf drei Spieler verzichten und zwar auf : Alois Möschl, Adrian Benedetto und Lothar Bartels.

An Brett 8 verlor Maiia Deutschmann recht schnell, weil sie eine Figur einstellte.

Nicht das letzte Missgeschick an diesem Tag. Eitel Jandt an Brett 6 verrechnete sich ebenso wie Hermann Stuckstedte an Brett 3. Beide in ausgezeichneter Stellung.

Esien Novruzov, unser zweiter Ersatzspieler, einigte sich in einer grundsoliden Partie auf Remis.

Lutz setzte den ersten Hoffnungsschimmer mit seinem Sieg.

Bei 1 ½ zu 3 ½ lehnte ich ein Remisangebot ab und musste weiter konzentriert spielen. Da war dann keine Zeit zum Beobachten.

Dann gewannen Helmut Kliem an 1 und Hellmut Klevenow an 4 zum Ausgleich. Über 4 Stunden waren nun vergangen. Ich stand im Königsinder im Mittelspiel immer etwas besser und fand dann eine schlechte Abwicklung ins Endspiel: Turm und Läufer meinerseits gegen Turm und Springer beim Gegner. Mein Gegner nahm meinen Damenflügel auseinander und ich setzte ihn am Königsflügel matt. So wie sich das im Königsinder halt gehört. Wir haben unseren ersten Platz verteidigt. So kann es weitergehen.

SV Königsjäger Süd-West 3 – SC Rochade 2                        4,5 : 3,5

301 Dr. Helmut Kliem (1597)    - 201 Guenter Casny (1772)      1:0
303 Hermann Stuckstedte (1596) - 204 Dr. Jörg Planitzer (1688) 0:1
304 Klaus Kramm (1649)         - 207 Klaus Kranch (1594)       1:0
306 Hellmut Klevenow (1533)    - 209 Horst Linkersdorff (1575) 1:0
307 Lutz Reichert (1539)       - 212 Jürgen Kadelka (1544)     1:0
308 Eitel Jandt (1612)         - 213 Manfred Mackowiak (1288)  0:1
403 Esien Novruzov (1591)      - 214 Dietmar Krause (1589)     ½:½
412 Maiia Deutschmann (1287)   - 215 Klaus Sonnenburg (1517)   0:1

 

Kurzbericht der Vierten (Detlef Heidinger)

Ich bin immer wieder überrascht, wieviel die Berichterstatter von den Partien ihrer Mannschaftskameraden mitbekommen – ich meinerseits bin immer froh, wenn ich meine eigene Partie im Griff behalte, und deshalb –  mit der Bitte um Verständnis – hier nur in aller Kürze:

Die Vierte spielte heute bei Sommerwetter auswärts gegen Lasker 2.

Positiv ist: die Hälfte aller Partien haben wir nicht verloren!

Leider stand es aber schon sehr schnell 0:2. Denn man kann im Schach so viele Dinge übersehen:

Bei Ezra (Brett 3) war es schon nach wenigen Zügen – in allerdings nicht rosiger Stellung – eine böse Springergabel,  und er musste aufgeben.

Henning (neben mir an Brett 7) hatte mit einer Figur und zwei Bauern mehr eigentlich schon den Sieg in der Tasche; er hatte – wie er mir schrieb – das Mattsetzen seines Gegners schon durchgerechnet, aber dann ein einzügiges Matt gegen sich selber auf f2 übersehen. Vielleicht saß  der „Schock“ über die ersten sechs Züge seines Gegners (h6 – a6 -d6 – e6 – b6 – g6) zu tief.

Nach Fredys Niederlage (Brett 2), war es dann schon ziemlich aussichtslos, obwohl kurzzeitig etwas Hoffnung aufkeimte, nachdem Rudi (Brett 5) mit druckvollem Spiel einen Siegpunkt eingefahren und ich (Brett 8) in etwas schlechterer Stellung ein Remis angeboten bekommen hatte.  Auch die Partie von Ralf (Brett 6) sah gar nicht so schlecht aus, ging dann aber in Zeitnot verloren. Die beiden Unentschieden von Alexander (Brett 1) und zuletzt Kasten (Brett 4) in jeweils ausgeglichenen Stellungen konnten unser Gesamtergebnis nur ein wenig auf 2,5:5,5 verbessern.

 

(Bericht KöSW 5)

 

Sechste: Knapper als es aussah (Christoph Kriminski)

In einer Reihe mit den Spielern unserer fünften Mannschaft nahmen wir heute im Spiellokal vom SG Lichtenberg Platz. Wir waren beide heute nicht der Favorit, doch rechnete ich mir für meine Mannschaft doch noch die ein oder andere Siegmöglichkeit aus. Unser Gegner, die vierte Mannschaft von Lichtenberg, trat fast in Bestbesetzung an. Lediglich Berlins BJMM-Referent Michael Amboss war nicht dabei. Wir traten zu meiner Beruhigung wieder vollständig an. Dabei erwischte Jonas an Brett 6 einen rabenschwarzen Tag. Schon nach meinem ersten Rundgang hatte er eine Figur weniger, während alle anderen noch ausgeglichen dastanden. Am besten sah es an Brett 3 für Kimon aus, der bald seine Bauern in der gegnerischen Hälfte postieren konnte. Bei Lukas an Brett 2 ging es dann schon nach dem Damentausch (der für Lukas den Verlust des Rochaderechts bedeutete) ins Endspiel über. Ich hatte die Aufgabe zu testen, ob die Berliner Referentin für Mädchenschach genauso gute Fähigkeit am Brett wie als Schiedsrichterin bei Jugendturnieren hatte. Jedoch spielte ich in der Eröffnung unkonzentriert und stellte bald einen Bauern durch einen gegnerischen Doppelangriff mit Dg6 ein. Da mir das nicht zum ersten Mal passiert ist, schwor ich mir, dass ich mich eine Woche in den Keller einsperre, um Taktikaufgaben zu diesem Thema zu lösen. Doch ich verwarf den Gedanken, da mir einfiel, dass nächste Woche die Uni wieder losgeht.

Auf jeden Fall musste ich danach viel Zeit in meine eigene Partie investieren, sodass ich von den anderen Partien nicht so viel mitbekam. Bei meinem nächsten Rundgang sackte Max an Brett 4 gerade einen gegnerischen Bauern ein (Taktik: Beseitigung der Schutzfigur), während Jonas mittlerweile mit zwei Leichtfiguren weniger einem hoffnungslosem Ende entgegenblickte. Lars an Brett 7 stand ausgeglichen da, Miklos‘ Stellung an Brett 8 war sehr beengt, Lukas musste hingegen immer wieder die gegnerischen Drohungen (z. B: eine Turmverdopplung mit Angriff auf einen Bauern) parieren. Ich versuchte den verlorengegangenen Bauern durch einen Gegenangriff auf den unrochierten König zu kompensieren.

Dann war auch die erste Partie schon zu Ende. Miklos‘ Gegnerin hatte in der mit f7, g6 und h7 geöffneten Rochade geschafft mit Dame und Läufer undeckbar Matt zu drohen. 0:1

Inzwischen war auch Toms Stellung an Brett 5 im Endspiel angekommen. Mit zwei Bauern weniger bei Dame, Turm + Springer rechnete ich mit einem Verlust. Lukas tauschte die letzten Leichtfiguren ab und stand im Doppelturmenspiel mit ebenfalls zwei Bauern weniger. Lars erkämpfte sich dann einen Bauern und hatte ein Springerendspiel mit 7 gegen 6 Bauern, wobei sein Gegner durch einen Doppelbauern zusätzlich geschwächt war. Ich konnte zum Glück, nachdem ich meinen König rochiert hatte, etwas befreiter aufspielen und versuchte Linien zu öffnen, um mit meinen Türmen den gegnerischen König besser ins Visier nehmen zu können. Dann war es an Brett 6 für Jonas vorbei. Seine Gegnerin, die in diesem Jahr erst gerade Deutsche Vizemeisterin im Schulschach geworden ist, ließ nichts anbrennen und gewann sicher. 0:2

Lukas hatte dann die große Chance. Als er gerade nicht am Brett war, gab sein Gegner ein unbedachtes Schach mit dem Turm. Der König konnte nun den Turm angreifen, was zudem ein Abzugsschach und damit einen Turmverlust des Gegners darstellte. Bange erwartete er Lukas‘ Rückkehr ans Brett. Als ich mich dann wieder meiner Partie zuwandte und wenige Minuten auf Lukas‘ Partie blickte, hatte er leider einen anderen Königszug gemacht. Bei Kimon hatte sich die Stellung egalisiert, Tom hatte plötzlich überraschend eine Figur mehr. Sein Mehrspringer (die letzte Figur auf dem Brett) stand jedoch in der gegnerischen Ecke und eignete sich nicht besonders, die beiden gegnerischen Mehrbauern aufzuhalten, umso erstaunter war ich, als Tom mich plötzlich fragte, ob er Remis annehmen dürfte. Ich schaute kurz aufs Brett und stimmte dann schnell zu. 0,5:2,5

Ich hatte nun ein Schwerfigurenendspiel erreicht und zwang meine Gegnerin, sich zu verteidigen, musste aber selbst aufpassen, nicht gezwungen zu werden in ein verlorenes Bauernendspiel abzuwickeln. Lukas tauschte ein Turmpaar ab, im nun entstandenen Turmendspiel sollte er eigentlich keine Chancen haben, aber das hatte ich bei Tom ja auch schon geglaubt. Lars investierte viel Zeit in seine Stellung und hatte nur noch eine Viertelstunde, während sein Gegner noch über 50 Minuten verfügte. Zu meiner Überraschung hatte Lukas es irgendwie geschafft einen Bauern durchzubringen und spielte nun mit der Dame gegen den Randbauern auf der vorletzten Reihe. Ich riet ihm noch weiterzuspielen, da ich mich an letzten Sonntag erinnerte, wo sich bei der Schnellschachmeisterschaft ein Gegner von Lars einen großen Fauxpas leistete und seinen König zur falschen Zeit in die Ecke stellte, wo er mattgesetzt wurde. Lukas‘ Gegner ließ jedoch nicht zu, sodass ich dann Lukas riet Remis zu bieten, was natürlich auch sofort angenommen wurde. 1:3

Ich tauschte nun auch das zweite Turmpaar und kam ins Damenendspiel, wobei uns beiden nur noch etwa je 20 min und 10 Züge bis zur Zeitkontrolle zur Verfügung standen, was in einem Damenenspiel mit einem Bauern weniger sehr „ungünstig“ war.  Dann der Paukenschlag an Brett 3. Kimons Stellung war bis dahin sehr ausgeglichen. Dann übersah er eine Fesslung des gegnerischen Läufers, bei der seine Dame echt gefesselt wurde und er sofort die Hand herüberreichte. 1:4

Irgendwie glaubte ich, dass damit der Mannschaftswettkampf verloren sei (in meinem Gehirn war noch die Niederlage von Tom, die gar keine Niederlage war, verankert), sodass ich zwar verwundert war, als mich Max fragte, ob er Remis anbieten dürfte, diesem aber doch stattgab, ohne auf sein Brett zu schauen, da ich mich selbst in höchster Zeitnot befand. 1,5:4,5

Erst einige Minuten später wurde mir bewusst, was ich damit angerichtet hatte. In mir kam der Gedanke auf, dass ich mich jetzt eine Woche in den Keller einsperren und weder „ja“ noch „nein“ sagen sollte, bis mir einfiel, dass ich ja nächste Woche Uni hatte und deshalb den Gedanken verwarf. Nun spielten nur noch Lars und ich. Kurz bevor bei mir die Zeitkontrolle erreicht wurde, wurde die Figuren am 7. Brett wieder in die Anfangsstellung aufgebaut. Wenig später kam Lars mit frustriertem Gesicht zu mir. Ich fragte, ob er Remis gespielt hätte, er antwortete mir, dass er verloren hatte. Wie es zustande gekommen war, wusste ich nicht, aber es stand auf jeden Fall 1,5:5,5

Ich fühlte mich im weiteren Verlauf der Partie nicht mehr so wohl (anscheinend habe ich meine Erkältung noch nicht ganz überstanden), außerdem hatte ich ja noch einen Bauern weniger. Jedoch versuchte ich noch meinen einzigen Freibauern nach vorne zu bringen. Irgendwann als nur noch eine Viertelstunde für jeden von uns auf der Uhr stand und ich den „Blitzentscheid“ befürchtete, bot ich vorsichtig Remis, was zu meinem Glück angenommen wurde, sodass der Wettkampf 2:6 endete.

Insgesamt spiegelt die hohe Niederlage nicht unbedingt den Verlauf des Wettkampfs wider, da wir an mehreren Brettern gute Chancen hatten, mehr zu holen. Dennoch kann man sich mit knappen Partien nichts kaufen. Wir stehen auf dem letzten Tabellenplatz und müssen beim nächsten Mal zum Lokalderby gegen den SK Zehlendorf ran.

Ich möchte mit einem passenden Zitat von Jogi Löw beenden, was bei uns sinngemäß gesehen werden muss:  „Wir hatten unsere Chancen, aber wir machen nicht die Tore. Dass wir in den letzten zehn Minuten so auseinander gefallen sind, war schlecht.“ (Morgenpost)

 

Bericht 7. Mannschaft (Michael Spahn)

Die 7. Mannschaft trat zu Hause gegen die Dritte von SG Lasker Steglitz-Wilmersdorf an. Unsere Kindermannschaft musste gegen ein Team von Erwachsenen mit einem Jugendlichen versuchen, das Beste herauszuholen und möglichst viel zu lernen. Das ist uns, glaube ich, gelungen, auch wenn am Ende die Begegnung mit 2:4 verloren ging.

– Noah kam am ersten Brett in dieser Saison zum ersten Mal zum Einsatz. Er trat gegen einen Gegner an, der etwa 150 DWZ-Punkte stärker ist. In der ersten Stunde Spielzeit wurden Leichtfiguren abgetauscht und er erspielte sich erfolgreich einen Mehrbauern. Allerdings kostete sein sorgfältiges Spiel Zeit und als seine Uhr eine halbe Stunde verbleibende Bedenkzeit anzeigte, hatte sein Gegner gerade einmal dieselbe Zeitdauer verbraucht! Das spielte sicher eine Rolle dabei, dass sein König stetig weiter in Bedrängnis geriet. Im Endspiel stand Noahs Turm einem Turm und Läufer gegenüber. Um eine Mattdrohung abzuwehren, musste er dann den Turm gegen den Läufer tauschen, verlor seinen letzten Bauern und gab in aussichtloser Stellung auf, als auch nur noch 55 Sekunden auf der Uhr standen. Schade! Sein Gegner gratulierte ihm zu einem guten Kampf und bemerkte, dass es in wenigen Jahren ganz anders aussieht. Da ist sicher etwas dran, auch wenn heute noch Jung gegen Alt unterlegen war.

– Am zweiten Brett spielte Phileas, tauschte schnell einen Läufer ab und gewann einen Bauernvorteil. Nach einer guten Stunde übersah sein erwachsener Gegner mit ungefähr gleicher DWZ dann eine Springergabel und seine Dame ging verloren. Phileas brachte diesen Vorteil ungefährdet nach Hause und sorgte für den ersten erspielten Brettpunkt in dieser Saison für unsere jüngste Mannschaft. Herzlichen Glückwunsch, Phileas!

– Linus (Spahn) saß am dritten Brett mit Schwarz ebenfalls einer laut DWZ gleich starken Gegnerin gegenüber. Er arbeitete gewissenhaft und so standen auch nach einer halben Stunde noch alle Figuren auf dem Brett. Kurz darauf konnte er aber einen ersten Mehrbauern gewinnen und tauschte nach einer Stunde die Damen. Im Mittelspiel kam eine gewonnene Leichtfigur dazu und im Endspiel nach zwei Stunden sah sich sein Turm einem Springer gegenüber. Außerdem verblieben ihm zwei Bauern mehr, die schon nahezu freie Bahn hatten. Linus gab dann gerne den Turm für den Springer her und die Gegnerin auf, da bei seinem sorgfältigen Spiel die nahende erfolgreiche Umwandlung seiner Bauern nicht in Zweifel stand. Ein sauber erspielter Sieg!

– Am vierten Brett war Linus (Busch) mit Weiß am Werk und DWZ-mäßig im Nachteil. Er startete gut und hatte nach einer halben Stunde einen Bauern gewonnen, aber dann konnte sich sein Gegner die bessere Stellung erarbeiten. Obwohl erst eine Leichtfigur verloren war, gab Linus nach 45 Minuten auf, da im nächsten Zug eine Springergabel verwirklicht worden wäre. Ein Turm wäre das Opfer gewesen und es sah tatsächlich nicht danach aus, als ob der Gegner seinen Vorteil mit einem eigenen Fehler verschenkt hätte. So hatten jedenfalls beide früh Schluß an diesem Sonntag.

– Arne war am fünften Brett für den kurzfristig erkrankten Simon eingesprungen und nur dadurch konnten wir überhaupt alle Bretter besetzen. Dafür schonmal vielen Dank, Arne! Sein Gegner war zwar das jüngste Mannschaftsmitglied von Lasker, aber auch schon fast erwachsen. Er wog Arne in trügerischer Sicherheit und gab einen Läufer und zwei Bauern her, aber nach einer knappen halben Stunde hatte er dafür Arnes Dame erwischt und zwei Springer. Unerbittlich gingen weitere Figuren und dann auch bald das Spiel verloren. Aber Kopf hoch: in so jungen Jahren stehen große Wissensgewinne an und aus dieser Niederlage wird Arne sicher lernen.

– Am sechsten Brett spielte Julius die Partie bis zum bitteren Ende aus, auch wenn eben dieses eine Niederlage war. Obwohl Julius erst seit dem Sommer ein Königsjäger ist und erst zum zweiten Mal überhaupt in der BMM spielte, konnte er die Partie lange fast ausgeglichen halten. Seinem Gegner fehlt zwar ebenfalls noch die DWZ, aber dafür saß ein Kind einem Erwachsenen gegenüber. Die beiden tauschten erst Leichtfiguren und dann die Damen ab. Sein Gegner unterschätzte ihn leider nicht und vermied durch sorgfältiges Nachdenken eigene Fehler. Nachdem auch die Türme noch abgetauscht wurden, war das Brett nach anderthalb Stunden leer bis auf Könige und Bauern. Von denen waren seinem Gegner aber gleich einige mehr geblieben. Auch da ließ er nichts anbrennen, wandelte zur Sicherheit sogar zwei in Damen um und erzwang so das Matt nach knapp zwei Stunden.