Runde 6

28.01.2018

SV Königsjäger Süd-West e.V. 1 – SV Empor Berlin 2 (Jonas Nohr)

Nachdem wir in der letzten BMM Runde einen knappen 4,5 – 3,5-Sieg zu Hause gegen die Schachfreunde aus Lichtenberg feiern konnten, führte uns unser nächster Kampf auswärts zu den Freunden von Empor Berlin. Nach längerer Abwesenheit konnte auch einmal mehr unser zweites Brett, Clemens Escher, mit von der Partie sein. Abermals verstärkt am achten Brett durch Pascal Bieg aus der zweiten Mannschaft konnten wir dem bevorstehenden Kampf also entschlossen entgegensehen.

Brett 1
Jakob Hartmann – Thomas Jahn 1 : 0

Unser erstes Brett wurde abermals durch Jakob vertreten, der auch alsbald mit Weiß im Sizilianer ein gutes Spiel entwickeln konnte. Irgendwann waren nicht nur die Figuren des Gegners nicht mehr gut aufeinander abgestimmt, so dass Jakob zwingend vorteilhaft abwickeln konnte. Nachdem sich der Staub auf dem Brett gelegt hatte, stand dabei eine glatte Mehrfigur zu Papier. Der Gegner ließ sich das Ganze jedoch noch eine Weile zeigen, aber Jakob spielte die Partie sicher und erfolgreich zu Ende. Prima!

Brett 2
Clemens Escher – Felix Schabe 0 : 1

Clemens schaffte es auch endlich mal wieder zum Mannschaftskampf. Gut gelaunt begann er auch die Partie als Schwarzer gegen 1.Sf3. Alsbald entwickelte sich ein kompliziertes Geplänkel, wobei Clemens einen Bauern ins Geschäft steckte, um auf der h-Linie direkt auf Matt zu spielen (der Gegner hatte in der Tat kurz rochiert). Irgendwann verfiel Clemens dann jedoch in langes Grübeln und griff schließlich fehl. Trotz aller Verwicklungen und Drohungen spielte der Gegner ruhig alles weiter und am Ende musste Clemens die Waffen strecken. Schade.

Brett 3
Jonas Nohr – Fabian Alcer 1 : 0

Der Autor selbst spielte auch noch Schach und eröffnete einmal mehr mit 1.f4. Eine Eröffnungswahl, welche von vielen Schachfreunden mehr als belächelt wird. Mein junger Gegner belächelte hier jedoch keineswegs meine Wahl der Züge, sondern musste sich nach mehreren groben Schnitzern schnell Sorgen um seinen König machen. Wenige Minuten später und nach einigen sehenswerten Drohungen reichte mein Gegner die Hand herüber.

Brett 4
Brigitte von Herman – Sander Breitzmann 1 : 0

Nach zuletzt eher weniger Erfolg bei den Partien sollte es heute einmal der volle Punkt für Brigitte werden. Mit Schwarz wählte sie die sehr solide Philidor-Verteidigung, sah sich jedoch bald umringt von mehreren Leichtfiguren und der weißen Dame. Der junge Gegner griff Brigitte mit allem an, was er aufbieten konnte und genau in diesen Momenten vergisst man, dass es solche Dinge wie „Grundreihenschwäche“ wirklich gibt. So konnte Brigitte sehr zum Missfallen des Gegners in ein sehr vorteilhaftes Endspiel mit Mehrbauern abwickeln und dieses auch sicher verwerten. Super!

Brett 5
Veit Godoj – Reiner Gabriel 0,5 : 0,5

Unser Kapitain spielte (einmal mehr) die längste Partie. In einer eher geschlossenen Stellung wurde auf einmal viel Material abgetauscht und Veit hatte mit Weiß ein sehr komplexes Endspiel auf dem Brett: Der Gegner hatte zwar das Läuferpaar und einen Turm (Plus diverse Bauern) gegen Veits Springer + Läufer und Turm (+Bauern), aber entgegen aller Befürchtungen vor den Läufern hatte Veit Kontrolle über die wichtige a-Linie und hatte nicht zuletzt einen taktischen Schlag auf seiner Seite, was ihm einen Mehrbauern einbrachte. Am Ende reichte es leider nur zum halben Punkt, aber dennoch eine starke Leistung.

Brett 6
Jonas Kreutz – Bernd Bötzel 1 : 0

Jonas (Der Mittlere) spielte einmal mehr sein geliebtes Französisch und für den Beobachter sah die ganze Angelegenheit stets etwas heikel aus. Jonas rochierte nicht nur lang, sondern griff gleichzeitig auch am Damenflügel mit den Bauern an. Verständlicherweise entwickelte sich ein offener Kampf, was in einem auf den ersten Blick eher ausgeglichenen Endspiel mündete. Doch auch hier war uns der Gott der Taktik hold und so konnte Jonas einen Schnitzer des Gegners ausnutzen, welcher dann auch einen Zug vor dem Matt (bzw. Damenverlust) aufgab. Gut gemacht.

Brett 7
Jonas Eilenberg – Wolfgang Göbel 0,5 : 0,5

Jonas (Der Kleine) spielte bisher eine großartige Saison und lehrte seine vielen Gegner das Fürchten. Anmerkung des Autors: Es ist doch anzunehmen, dass die Gegner Berlins und in der Umgebung hellhörig bei dem Namen werden und bei den vielen Siegen. Doch am heutigen Tag verlief nicht alles nach Plan. Jonas überspielte seinen Gegner zwar mit Weiß nach Strich und Faden, so dass er zwischenzeitlich sogar einen glatten Turm mehr hatte. Doch nach einem Fehlgriff von Jonas kam der Gegner wirklich noch zurück und man endete in einem sehr seltsamen Endspiel: Jonas hatte einen Turm und den a-Bauern, während der Gegner über Springer und Läufer und den h-Bauern verfügte. Hier ging dann wohl wirklich nicht mehr viel und man einigte sich bald auf Remis. Dennoch ein wichtiger halber Punkt für uns am heutigen Tag.

Brett 8
Pascal Bieg – Valentin Handrick 0,5 : 0,5

Unsere Verstärkung aus der zweiten Mannschaft war abermals Pascal und auch er wählte am heutigen Tag die Französische Verteidigung. Was ich als Beobachter wahrnehmen konnte, war ein Hin und Her auf Damen- bzw. Königsflügel. Während der gesamten Partie blieb Pascals König jedoch stur auf e8 stehen (was sich bis zum Ende auch nicht ändern sollte). Dann in einem reinen Schwerfigurenendspiel, welches schwierig für Pascal aussah, akzeptierte der Gegner ein Dauerschach. Puh, aber dennoch gut gespielt und ein wichtiger halber Punkt!

Endstand: 5,5 – 2,5 für die Königsjäger!

Ein weiterer Sieg, welcher auch noch höher hätte ausfallen können, was Veit direkt nach Abpfiff selbst abnickte. Mit diesem Polster sind wir nun in die Tabellenmitte vorgerückt und sollten dem nächsten Kampf am 18.02. gegen Rehberge mit Zuversicht entgegensehen.

Update: Auf der Seite von Empor schildert ein Berichterstatter (IM Julian Urban ?) das Match aus Empor-Perspektive.

Zweite: Sehr stark gespielt und doch verloren (Sven Schüle)

Nach der Niederlage in der vorigen Runde war schon klar, daß unsere Gegner nicht mehr leichter werden würden. So reisten wir am Sonntag zu Schachfreunde Berlin 4, deren Spieler am 8. Brett etwa die DWZ unseres dritten Brettes hatte und die uns an den ersten drei Brettern sogar im Schnitt gut 220 DWZ-Punkte voraus waren.

Die DWZ drückt ja eine statistische Gewinnerwartung aus. Besonders gerne schaut man ja bekanntlich auf die DWZ der Gegner, wenn man gegen sie erfolgreich ist.

Und so kam es dann auch – jedenfalls zum Teil. Michael an Brett 2 und mir an Brett 4 gelang jeweils ein Remis gegen bessere Spieler, wobei zumindest in meiner Partie nach meiner Analyse auch nicht substanziell mehr drin war. Nachdem Siggi an 8, der nach einem Eröffungsproblem früh mit einer Minusfigur weiterspielen mußte, und Torsten an 6, der mit zwei Mehrbauern, aber schlechter Königsstellung auf die Verliererstraße geraten war, ihre Partien zum Zwischenstand von 1:3 verloren hatten, gewann Hans-Peter an Brett 3 nach einem schönen strategischen Bauernopfer im Zentrum und einem sich anschließenden taktischen Angriff seine Partie gegen einen Spieler mit DWZ 2090 und machte uns beim Stand von 2:3 wieder leichte Hoffnungen. Klaus verlor dann leider an 5 – 2:4. Sollte es das schon gewesen sein? Shawn an 7 und Thomas an 1 spielten jeweils gegen einen rund 300 Punkte besseren Gegner, wobei Thomas kein geringerer als Lars Thiede (DWZ 2373) gegenübersaß … Was sollten wir da noch auszurichten haben?

Einiges! Das vierte erfolgreiche Abschneiden eines unserer Spieler gegen einen nominell besseren Gegner steuerte dann tatsächlich Shawn bei. Als ich nach einer Weile auf sein Brett sah, traute ich meinen Augen kaum: Shawn hatte drei solide Mehrbauern, keine offensichtlichen Schwächen und einen Batzen mehr Zeit übrig :-) Was folgte, war eine astreine Leistung: obwohl Shawn zwischendurch über leichte Konzentrationsmängel klagte und etwas schwächelte, zog er am Brett knallhart durch, gab sich keine Blöße, sah alle Drohungen, wickelte gekonnt ins klar gewonnene Turmendspiel ab und verwandelte völlig ungefährdet zum 3:4-Anschlußtreffer – große Klasse, Shawn!!

Thomas hatte es nun in der Hand: gelang ihm die Sensation, mit einem Sieg gegen Lars Thiede noch ein 4:4 für uns herauszuholen? Auf dem Brett stand nun ein Endspiel mit zwei Türmen + Springer gegen zwei Türme + Läufer mit je zwei weißen und schwarzen Bauern auf beiden Flügeln (a/b und g/h), wobei die Position leicht günstiger für Thomas wirkte. Dann gewann Thomas durch ein geschicktes Scheinopfer eines Turms sogar einen Bauern – der Geruch einer möglichen Sensation lag nun deutlich in der Luft. Wie uns Michael Richter schon oft im Training erklärt hat, zeichnen sich starke Spieler aber vor allem dadurch aus, daß sie schlechtere Stellungen zäh verteidigen können. So zeigte sich, daß Lars Thiede keineswegs ohne Kampf den Punkt abzuliefern gedachte. Thomas spielte stark auf und bereitete seinem Gegner große Schwierigkeiten. Die Bauernzahl begann sich langsam zu reduzieren. An mindestens einer Stelle hatte Thomas eventuell eine bessere Fortsetzung, die einen größeren Vorteil gebracht hätte. Letztendlich kam es dann aber am Ende zu einer Abwicklung mit Turmtausch in ein Endspiel S+B gegen L, das nicht mehr zu gewinnen war – der zähe Verteidiger setzte sich also durch, erkämpfte das Remis und sicherte so seiner Gastgebermannschaft den aus ihrer Sicht unerwartet knappen 4,5:3,5-Sieg.

Eine starke Leistung an fünf Brettern zusammen mit befürchteten Niederlagen an den restlichen drei Brettern reichte also leider nicht aus, so daß wir im 6. Spiel in unserer ersten Stadtliga-Saison die 5. Niederlage hinnehmen mußten.

Die nächste Runde führt uns am 18. Februar zu Hause gegen das als vermeintliche Topmannschaft in die Saison gestartete Team von Zugzwang, derzeit als Achter mit 4 Mannschaftpunkten nur einen Platz vor uns. Wenn wir die Leistung aus der 6. Runde wiederholen, ist auch hier etwas drin – und was sagen schon die Wertungszahlen?

Spielbericht Königsjäger 3 vom 28.1.2017 beim Heimspiel gegen SV Friedrichstadt (Stefan Edlich)

Brett 1: Jonathan Knaut: Ich hatte die Ehre, zum ersten Mal an Brett 1 spielen zu dürfen, und konnte erst einmal durchatmen und Kaffee kochen, da mein sehr netter Gegner BVG-bedingt zu spät kam. Es entwickelte sich zunächst ein ruhiges Spiel, in dem er seine verlorene Viertelstunde wieder reinholte. Im Mittelspiel nahm die Partie dann langsam Fahrt auf, und wir kämpften um die Besetzung der offenen d-Linie sowie weiterer Einbruchsfelder. Schließlich waren alle anderen Spieler fertig und unsere Zeit neigte sich dem Ende. Er schaffte es, sich einen Mehrbauern am Damenflügel zu sichern. Allerdings waren noch eine Leichtfigur und Dame drauf und die Zeit wurde immer weniger. Statt also einen zweiten Bauern zu erobern, fand er einige nicht so gute Züge, sodass wir bei einer Minute auf der Uhr und bei unklarem Spiel darauf verzichteten, auszuprobieren, wer der schnellere Blitzer ist, und uns auf Remis einigten.

Brett 2: Frederik Altenhein: Remis

Brett 3: Hermann Stuckstedte: Im Rahmen der Philidor-Verteidigung konnte ich meinen Gegner positionell stark einengen. Seine Leichtfiguren konnten fast nicht mehr ziehen und sein König war unzureichend geschützt. Ich stand sehr gut. Leider habe ich dann die Spannungspunkte e5xf5 und f5xe4 aufgelöst, so daß mein Gegner mit seinen Figuren wieder etwas besser ins Spiel kam. Nach dem Abtausch einiger Figuren konnte er aber die Drohungen gegen seinen freistehenden König nicht mehr abwehren. Mein Gegner gab vor der Mattsetzung auf.

Brett 4: Stefan Edlich: Nach meiner Englischen Eröffnung spielte mein Gegner viel zu schnell und vergaß die Rochade. Nach Massage und Dauerbeschäftigung konnte ich den Druck erhöhen und im 14. Zug eine Qualle erobern. Da er nach einer Stunde zudem immer noch positionell schlecht stand und sich über sich selbst ärgerte, zog mein Gegner es zu meiner Freude vor, sich das nicht zeigen zu lassen, und gab nach nur 19 Zügen auf. Nach zwei Remis endlich ein Sieg für mich :-)

Brett 5: Karsten Kuschfeldt: Wenn man eine Partie direkt so beginnt, dass man nach drei Zügen eigentlich nicht mehr so genau weiß, wie es eigentlich weiter gehen müsste, kann man wohl beruhigt von einem Fehlstart sprechen. Wenn der Gegner nach der Partie der Meinung ist, dass die Partie doch wirklich spannend war und man sich ein bisschen verschaukelt vorkommt, dann war der BMM-Sonntag definitiv gebraucht.

Wie gesagt, aus der Eröffnung heraus hatte ich schon ein schlechtes Gefühl und es wurde nicht besser. Ich konnte meine Figuren nicht entwickeln und erreichte zu keiner Zeit eine aussichtsreiche Position. Gerade als ich glaubte, die Partie doch noch in den Griff zu bekommen, entkorkte mein Gegner einen tollen Springerzug. Wie sich später herausstellen sollte, war damit die Partie quasi entschieden. Am Ende konnte mein Gegner mit einigen taktischen Finessen glänzen und holt als Einziger seines Teams den vollen Punkt.

Brett 6: Lutz Reichert: Hat einen Sieg hingelegt.

Brett 7: Pascal Weinhart: Meine Partie begann mit einem wenig komplizierten Spanier. Im weiteren Verlauf der Partie blieb es weiterhin ausgeglichen und mein Gegner und ich stellten den Damenflügel zu. Daraufhin verlagerte sich das Spiel auf den Königsflügel, wobei dieser ebenfalls so blockiert wurde, dass Remis als einzige Option blieb.

Brett 8: Werner Göhringer: Die Partie endete Remis.

Bericht der Vierten (Hellmut Klevenow)

Hallo Königsjäger,
mit ziemlichem Frust mache ich heute diesen Bericht. Es gelang mir etwas, was mir seit Urzeiten nicht passierte: Ich stellte im 40. Zug in zumindest ausgeglichener Stellung meine Dame ein! Unerklärlich! Warum sieht man nicht genauer hin? Ob ich nach meiner sofortigen Aufgabe gewonnen hätte, weiß ich nicht, aber die Mannschaft hat somit 5:3 verloren. Erfreulich waren die Siege von Rudi Wuttke und Klaus Kramm. Durch die Verluste von Helmut Kliem, Alois Möschl, Ralf Kramer und mir (s.o.), sowie den Remisen von Alex Batschari und Eitel Jandt waren folglich nur 3 Punkte drin. Es kann nur besser in den verbleibenden Runden werden, d.h. Zuversicht ist angesagt, das wünscht uns
Hellmut

(Bericht KöSW 5)

Sechste: Ein Debütant sorgt am Ende für den Mannschaftssieg (Christoph Kriminski)

Als ich Tim Bliß heute früh im Bus traf, war uns beiden noch nicht bewusst, dass er heute schlussendlich unseren Sieg perfekt machen würde. Für viele Königsjäger ist Tim wohl noch ein unbeschriebenes Blatt. Das liegt wohl daran, dass er erst seit einem guten halben Jahr Königsjäger ist. Den Weg hat er, wie so viele andere Spieler auch, über das Beethoven-Gymnasium in den Verein gefunden. So hat er schon Erfahrung im Schulschach, aber noch nicht im Vereinsschach, wo die Partien länger als eine Stunde Bedenkzeit pro Spieler sind, gesammelt.

Aber nun erstmal von vorne. Das erste Mal in dieser Saison waren wir vollständig und dies ohne Verstärkung aus der siebten Mannschaft zu benötigen. (Zuletzt war dies am ersten Spieltag der vergangenen Saison so.) Unsere Gegner, die fünfte Mannschaft von Mattnetz, trat gewohnt mit einigen jungen Spielern an. Bereits in der letzten Saison trafen wir in der Freizeitstätte aufeinander, so dass wir einige unserer Gegner kannten. Damals konnten wir am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt feiern, hatten wir heute auch etwas zu feiern?

Ich spielte an Brett 1 gegen den gegnerischen Mannschaftsleiter und spielte mit Schwarz irgendeinen Murks in der italienischen Eröffnung, so dass ich alsbald gezwungen war, mich ordentlich zu verteidigen. Die anderen Partien gingen normal von sich. Als ich gerade ein bisschen Luft hatte, schaute ich zu Peet an Brett 2 rüber. Sein Gegner hatte gerade gezogen und ich sah einen Figurengewinn für Peet. Wird er ihn auch sehen? Bange Sekunden blickte ich aufs Brett, doch natürlich ließ sich Peet dies nicht zweimal sagen, so dass er den Gegner zwang, mit einer Figur weniger weiterzuspielen. Jan-Wipert spielte leider etwas zu schnell, so dass er bald mit zwei Türmen gegen Dame + Turm weiterspielen musste. Dies war gegen seinen jungen, aber turniererfahrenen Gegner schwierig, so dass er nach einer knappen Stunde die Hand herüberreichen musste. 0:1

Lucas an Brett 3 stand ziemlich schnell auf der Verliererspur. Die Figuren des Gegners waren gegen seinen schutzlosen König (Rochadestellung, in der f- und g-Bauer fehlten) weit vorgedrungen. Lucas musste jetzt unheimlich viel Zeit investieren, um die Stellung zu halten. Domenik an Brett 4 hatte schon nach relativ kurzer Zeit ein Endspiel mit Turm + Läufer gegen Turm erreicht. Er war es dann auch, der als erster den vollen Punkt für uns einfuhr. Als die Umwandlung seines Bauern in eine Dame nicht mehr aufzuhalten war, hatte sein Gegner genug. 1:1

Jakob an Brett 7 erreichte schon im Mittelspiel einen Bauerngewinn. Er investierte, wie gewohnt, viel Zeit in die Stellung und tauschte sauber die Figuren ab. Dann konnte Peet eine Springergabel auf König und Turm ansetzten. Da der Gegner nicht mit einem Turm weniger weiterspielen wollte, gab er auf. Zuvor war Peet schon mit Turm und Springer in die gegnerische Stellung eingedrungen und hatte ein paar Bauern abgeräumt. 2:1

Jakob hatte nun ein Turmendspiel erreicht, immer noch mit einem Mehrbauern. Dann schaffte er es die Türme abzutauschen. Vorher hatte er natürlich das Bauernendspiel berechnet. Dieses spielte er wie ein erfahrener Profi zu Ende und konnte voll punkten. 3:1 Glückwunsch, Jakob, zu diesem wirklich hart erarbeiteten Punkt, du kannst darauf wirklich stolz sein! Lucas konnte trotz aller Bemühungen den generischen Angriff nicht mehr abwehren. Dann ging auch noch die Dame drauf und er musste die Segel streichen. 3:2 Ich konnte mich aus dem schlimmsten Übel (laut Engine gab es eigentlich kein wirklich schlimmes Übel, aber ich habe es trotzdem am Brett gefühlt) befreien und meinen verlorenen Bauern zurückerobern. Dann gab mein Gegner ein Remisangebot ab. Ich schaute mich zu den anderen beiden noch spielenden Brettern um, konnte aber nichts Konkretes erkennen, hier scheint es wohl noch in beide Richtungen zu gehen. Also ging ich wieder an mein Brett zurück. Ich hatte die leicht bessere Bauernstruktur, da ich neben den drei Bauern auf dem Königsflügel noch verbundene Bauern hatte, während sich mein Gegner mit Isolanis beglücken musste. Dafür hatte mein Gegner das Läuferpaar und ich hatte nur Läufer + Springer. Ich überlegte, wie ich anstelle der Annahme des Remisangebots weiterspielen würde, und stellte fest, dass mir überhaupt kein Plan einfallen wollte, wie ich weiterspielen könnte. Ich sah kein wirkliches Potential für einen erfolgreichen Angriff, noch wusste ich, welche Figur ich bewegen sollte. Außerdem war ich von der relativ anstrengenden Verteidigung am Anfang der Partie sowohl konditionell als auch zeitlich im  Nachteil. Da wir auch 3:2 führten, nahm ich das Remisangebot an, meine DWZ ist schließlich durch die BMM-Saison eh‘ schon im Keller. 3,5:2,5

Nun wendete ich mich das erste Mal den Partien an Brett 5 (Lukas) und Brett 6 (Tim B.) zu. Bisher konnten sie in etwa mit „Still ruht der See“ beschrieben werden, doch nun sollten sie die Entscheidung bringen. Lukas‘ Partie war wohl sehr ausgeglichen, wobei Lukas einen Zeitvorteil hatte, bei Tim war es das Gegenteil, ausgeglichene Stellung aber Zeitnachteil. Aber nun griff Tim an und konnte einen Bauern gewinnen. Würde das reichen? Ich schaute mir die noch nicht beendeten Partien der anderen Mannschaften an und ging dann zu einem Gespräch in die Küche. Als ich wieder kam, wurde ich gleich geschockt. Lukas‘ Dame war vom Brett verschwunden (wie sich später herausstellte sollte daran ein gewisser „Abzug“ Schuld sein). Nun musste also Tim für den vollen Punkt sorgen. Nach einer kurzen Kaffeepause kämpfte Lukas natürlich noch weiter, bei dem aktuellen Ergebnis konnten wir keine einfache Niederlage zulassen. Tim hingegen hatte die Damen getauscht und musste viel Zeit investieren, um den Mehrbauern zu halten. Sein Gegner hatte noch das Läuferpaar + Springer, er hatte das Springerpaar + Läufer (und natürlich ein paar weitere Bauern auf beiden Seiten). Es wurde nochmal spannender als gedacht und ich verfluchte mich innerlich, dass ich das Remis so früh angenommen hatte. Lukas‘ Gegner tauschte seinen Läufer gegen Lukas‘ Springer + Freibauern ab. Nun hatten beide noch vier Bauern, Lukas noch einen Springer und sein Gegner die Dame. Lukas musste alsbald in eine Fesselung seines Springers gehen, die er von alleine nicht lösen konnte. Der Gegner griff den Springer nun auch mit dem König an. Der nächste Zug sorgte für Aufregung. Diese Regelkundefrage will ich auf einer bald eingerichteten Seite „Eine Runde Regelkunde“ vorstellen. Diese Seite auf unserer Homepage soll zukünftig strittige Situationen aus der Turnierpraxis vorstellen und klären.

Nachdem die Situation geklärt werden konnte, passierte das Unglaubliche. Sein Gegner stellte die Dame einzügig ein. Dies ist leider für den nun schon 84 Jahre alten Schachspieler ein Déjà-vu. In der letzten Saison ist ihm ein ähnlicher Fehler auch schon gegen uns passiert. Damals konnte Tom Keßler die Chance nutzen. Möge er Zukunft davon verschont bleiben! Daraufhin einigten sich beide Spieler auf Remis. Ob das dadurch resultierende Bauernendspiel wirklich Remis war, darüber schieden sich die Geister, aber eines war nun klar. Es stand 4:3 und Tim brauchte nur noch ein Remis für den Mannschaftssieg. Die Situation war aussichtsreich, doch Tim lief die Zeit davon. Dann wendete sich das Blatt. Bei langsam aufkommendem Zeitdruck ließ Tim im Endspiel Springer gegen Läufer zu, dass der gegnerische Läufer in Tims Stellung eindringen und die Bauern, die leider auf der falschen Felderfarbe gebunden waren, abräumen konnte. Tim startete zum Gegenangriff und konnte durch eine Gabel auch einen Bauern gewinnen. Es folgte eine Stellung, in der beide noch die Leichtfigur und einen Bauern hatten. Logischerweise einigten sie sich auf Remis. 4,5:3,5 Damit fielen mir tausende Steine vom Herzen und eine spürbare Erleichterung machte sich breit. Der Mannschaftssieg war erreicht! Tim, der seine erste Partie mit BMM-Bedenkzeit hatte, spielte am längsten und sicherte die beiden Mannschaftspunkte, eine Sache, die niemand vor der Begegnung geahnt hätte.

In der Staffel gab es ein paar Überraschungen, so dass wir jetzt in der Mitte der Tabelle stehen. Es sind noch zwei Punkte zum Aufstiegsplatz, aber auch nur zwei Punkte zum Abstiegsplatz, dabei haben wir durch zwei 4,5:3,5-Siege und eine 1:7-Niederlage eine ultimativ schlechte Anzahl von Brettpunkten. Am nächsten Spieltag geht es zum Tabellenletzten. Dort sollte ein Sieg, im Gegensatz zur letzten Saison, möglich sein. Hätten wir doch gegen Spandau wenigstens einen Punkt mitgenommen!

(Bericht KöSW 7)

KöSW 8: Spaß und ein deutliches Ergebnis (Athanasios Vassiliou)

Unser heutiger Gegner war die Mannschaft des SC Schwarz-Weiß Lichtenrade 5. Ein Blick auf die aktuelle Tabelle und auf die Mannschaftsaufstellung des Gegners ließ erwarten, dass es ein deutliches Ergebnis geben wird. Und so kam es dann auch.

Am 3. Brett konnte Arthur seinen jüngeren Gegner überspielen, einen Freibauern verwandeln und die Partie souverän und zügig für sich entscheiden. Wir gingen mit 1:0 in Führung.

Lena am 6. Brett spielte ihre zweite BMM-Partie, ihr Gegner allerdings seine erste! Nachdem die Leichtfiguren abgetauscht waren, konnte Lena ihren Turm auf die 7. Reihe bringen. Der junge Gegner übersah die Mattdrohung, die durch Dame und Turm aufgestellt wurde, und Lena freute sich über ihren ersten BMM Punkt. 2:0

Am 5. Brett spielte Nicholas ebenfalls gegen einen jüngeren Gegner (dabei ist Nicholas erst 8). Nicholas kam gut aus der Eröffnung raus. Durch einen Fehler seines Gegners konnte er eine Qualität gewinnen. Danach fiel die Stellung des Gegners auseinander und Nicholas jagte den gegnerischen König übers Brett, bis er schließlich kein weiteres Fluchtfeld fand. 3:0

Am 4. Brett spielte Leander gegen ein jüngeres Mädchen. Seine Gegnerin stellte früh ihre Dame ein und Leander hatte leichtes Spiel. Bereits im 19. Zug übersah er ein zweizügiges Matt. Die Partie zog sich dann noch ein paar Züge länger hin, aber schließlich konnte er den Punkt holen und das 4:0 für uns markieren.

Am 2. Brett spielte Phileas gegen einen älteren Gegner mit einer DWZ von 944. Die Partie war lange ausgeglichen, jedoch konnte Phileas einen Fehler seines Gegners ausnutzen und ihn durch den Gewinn einer Leichtfigur und einen Angriff auf den rochierten König auch unter Druck setzen. Der Gegner wehrte sich noch tapfer, aber Phileas hatte sich eine bessere bzw. aktivere Stellung erspielt und zwang am Ende seinen Gegner zur Aufgabe. 5:0

Die längste und mit Abstand interessanteste Partie lief am 1. Brett, wo Noah auf den gegnerischen Mannschaftsleiter traf, immerhin eine DWZ von 1388. Noah, der etwas angeschlagen war, spielte konzentriert und überlegt. Sein Gegner sprach ihm bereits nach einer Stunde die ersten Komplimente für sein gutes Spiel aus. Insgesamt dauerte die Partie 4 Stunden. Und obwohl der Gegner zwischenzeitlich sehr optimistisch klang und sich seines Sieges sicher war, musste er am Ende einem Remis zustimmen. Eine starke Partie von Noah und ein halber Punkt für die Mannschaft.

Fazit:

Die Mannschaft hat sich über den deutlichen 5,5 : 0,5 Sieg gefreut. Jedoch gab es mit Ausnahme der ersten beiden Bretter keine größeren Herausforderungen für unsere Spieler. Dennoch hatten alle Beteiligten Spaß am Spiel.